Lets play FOOTY!

today, im gonna show yu the popular sport event in Australia, called Footy!



Die Australier begeistern sich für eine Vielzahl von Sportarten - doch der größte Publikumsmagnet ist immer noch ihr ureigenes Australian Football.

Der letzte Samstag im September ist ein besonderer Tag in Australien. Der altehrwürdige Melbourne Cricket Ground (MCG) ist zum Bersten gefüllt - wer keine Karte bekommen hat oder zu weit entfernt wohnt, fiebert vor dem Fernseher mit. Es ist der Tag des Grand Finals im Australian Football. Footy, wie die zu Abkürzungen neigenden "Aussies" zumeist sagen, ist die australische Nationalsportart schlechthin. Denn sowohl das in Queensland und New South Wales beliebte Rugby als auch das im ganzen Land verehrte Cricket sind britische Importe - Footy ist die einzige uraustralische Sportart.

Australian Football ist eine Mischung aus Rugby, Gaelic Football und Marn Grook, einem Jahrhunderte alten Ballspiel der indigenen Bevölkerung, das mit einem Ball aus Opossumleder über ein Spielfeld von einer knappen Meile gespielt wurde. Die Regeln beim Footy sind recht übersichtlich: Zwei Teams mit je 18 Spielern jagen vier Mal 20 Minuten auf einem ovalen Feld von etwa 165 Metern Länge einem Rugby-Ei hinterher. An jedem Ende stehen vier Pfosten - Ziel ist es, den Ball mit dem Fuß zwischen den jeweils gut sechseinhalb Meter auseinander stehenden mittleren Pfosten hindurch zu schießen. Trifft man nur zwischen die äußeren Pfosten oder ist der Versuch abgefälscht, wird der Versuch als "behind" gewertet. Ein Tor zählt sechs Punkte, ein "behind" immerhin noch einen.

Gespielt werden darf der Ball mit so ziemlich jedem Körperteil. Nur Werfen ist verboten, erlaubt ist aber eine Art Volleyballpunch. Um den Gegner vom Ball zu trennen, ist außer Beinstellen und Schubsen von hinten so ziemlich alles erlaubt. Es ist diese weitestgehende Regellosigkeit, die dem Australian Football den Ruf einer der härtesten Sportarten der Welt zuteil werden ließ. Hartnäckig hielt sich das Gerücht, es gäbe regelmäßig Tote zu beklagen. Statistiken zufolge ereignen sich beim Footy allerdings nicht mehr schwere Verletzungen als bei der europäischen Fußball-Variante.

Volles Haus bei Meat Pie und Bier

Auf den Zuschauerrängen geht es vor allem laut zu. Jeder gut erfolgreiche Kick und jeder gelungene Mark (ein gefangener Ball, bei dem der Fänger gerne mal auf die Schultern der Mit- oder Gegenspieler steigt) wird von den Anhängern frenetisch bejubelt. Pausiert wird nur für einen Schluck Bier oder ein Stück Meat Pie - denn auch das gehört zu einem zünftigen Besuch beim Footie. Zu den Meisterschaftsspielen zwischen März und August kommen im Schnitt knapp 35.000 Zuschauer. Zum Grand Final im MCG - im Yarra Park in unmittelbarer Nähe der Tennisplätze der Australian Open gelegen - kommen bis zu 100.000 Zuschauer. Der Besucherrekord liegt bei 121.696 Zuschauern, die 1970 das Finale zwischen Carlton und Collingwood vor Ort verfolgten.

Footy ist ein integraler Teil der australischen Alltagskultur und dementsprechend begehrt. Anfang 2006 sicherte sich ein Konsortium der Sender Seven Network und Network Ten die Übertragungsrechte für die Rekordsumme von 780 Millionen australischer Dollar. Auch die Zeitungen sind - vor allem während der Final Series im September, bei der die acht Bestplatzierten den Meister in einer doppelten K.o.-Runde ausspielen, die schließlich im Grand Final mündet - dominiert von News um das ovale Leder. Sogar am ANZAC Day, dem Nationalfeiertag, an dem der australischen Toten aus den Weltkriegen gedacht wird, wird Footy gespielt. Seit einem legendären Remis 1995 wird jedes Jahr am 25. April die Partie zwischen Essendon und Collingwood angesetzt. Kein Wunder, dass Reiseführer Einwanderern empfehlen, sich zumindest ein wenig Interesse am Nationalsport anzueignen - allein um in der Mittagspause bei den Kollegen mitreden zu können.

26.7.08 09:28

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